Geschichte

Wissenswertes aus der mehr als 785 jährigen Geschichte von Stülpe

 

1221 – cum stagnis Stolp , erste schriftliche Erwähnung von „Stülpe“ (zu finden im Staatsarchiv Wolfenbüttel)

1342 - erste urkundliche Nachricht über das "Schloss Stülpe " (sin hus zu der stulpe) in einem Revers der Gebrüder Theme und Nickel Krull. Darin bekennen dieselben, dass der Erzbischof Otto zu Magdeburg sie zu Wolmerstede am Sonntage nach Andreas 1342 mit seinem Hause zu der Stulpe, Rysdorf, Smylkendorf, Walungesdorf und Waltersdorf unterpfändlich beliehen habe."

1342 bis 1368 - ist „Stülpe“ im Pfandbesitz der Gebrüder Krull

1375 bis nach 1384 - befindet sich „Stülpe“ im Pfandbesitz derer von Heinrichsdorf

1389 bis 1390 - „Stülpe“ ist im Pfandbesitz der von Richenheim

1390 bis 1391 – der Erzbischof zu Magdeburg gab „Stülpe“ als Pfandbesitz an die von Rehfeld

1391 bis nach 1407 – „Stülpe“ ist im Pfandbesitz von Heinrich Mager

1411 – Pfandbesitz derer von Schlieben

ca. 1437 - Errichtung einer der Jungfrau Maria geweihten Kapelle auf dem Golmberg.
"Infolge des erhöhten Eifers, mit dem die Verehrung der Jungfrau Maria sich über die Mark Brandenburg und deren benachbarte Landesteile verbreitete, erlangte der zu Stülpe gehörende Golm eine große Berühmtheit."

1438 bis 1439 - „Stülpe“ ist im Pfandbesitz der Gebrüder von Schönau

 

1439 bis 1446 – Pfandbesitz derer von Torgau, Herren zu Zossen, "über das feste Haus mit allem Zubehör"

1446 bis 1537 - Herrschaft derer von Schlieben als Pfandbesitzer „über Schloss, Dorf, den See, die Mühle, den Golm mit allem Recht "

1446 - erste urkundliche Erwähnung des Ortes Stülpe (getrennt vom Schloss)

1490 – „Zum Leibgedinge der Frau von Schlieben gehören der Dienst von 3 Kossäten und Hebungen von 6 Einwohnern ( 1 gibt 6 ½ Scheffel Korn, 1 ½ Metzen Mohn, 4 Metzen Hanfkörner, 3 Metzen Nüsse, 33 Hühner und Geld, 1 gibt 10 Scheffel Korn und 2 Hühner, 1 gibt 10 Scheffel Korn, 2 Hühner und den Dienst, der Krüger gibt ½ Pfund Pfeffer und Geld, der Müller gibt 6 Scheffel Korn und ½ Pfund Pfeffer, 1 gibt nur Geld.“

1517 - der dominikanische Ablasshändler Tetzel bereist die Mark Brandenburg

1517 - Martin Luther schlägt die 95 Thesen in Wittenberg an (u.a. gegen den
Ablasshandel)

1535 - 1540 - Reformation in Brandenburg

1537 – 1597 geteilte Herrschaft über „Stülpe“

„von Hacke über den größeren Anteil und von Schlieben über Anteil an Stülpe, am Golm, die Fehlung an dem Kreuz auf dem Golm, die Wiese bei Stülpe und den 4. Teil am Eisen vom Hammer (1568)“

1544 - erster evangelischer Prediger, Clemens Herzberg, welcher in Wittenberg studiert hatte, in Stülpe

ca. 1545 - "Das von Christoph Hacke erbaute Schloss bestand, wie aus einem Plane vom Jahre 1724, wo dasselbe noch vorhanden war, ersichtlich ist, aus einem mit der Front nach Süden liegenden Corps de logis und zwei nach Norden gerichteten langen Flügeln, die einen schmalen Hof begrenzten. Das Ganze war von einem breiten Graben rings umschlossen. Über diesen führte eine Zugbrücke zu dem am östlichen Flügel befindlichen Eingange."

1562 - Abbruch der berühmten Ablass-Kirche auf dem Golmberg durch Christoph Hacke und Errichtung einer neuen Kirche in Stülpe unter Verwendung des gewonnenen Materials

1562 - erste evangelische Kirchenvisitation :" In dem Ertract aus dem Visitationsbuche von diesem Jahre wird angeführt, dass in dem Dorfe Stülpe viel Zauberer wohnten und dass etliche Leute in 16 bis 20 Jahren nicht zum Sacrament gegangen wären. Es wird dabei bemerkt, dass in Stülpe 32, in Holbeck 26, in Schmielkendorf 14 und in Ließen 11 Hauswirte seien."

1570 - Christoph Hacke ließ beim Schlosse ein neues Brauhaus erbauen

1582 - wurde ein Steindamm durch das Dorf gelegt

1582 - es starben 125 Menschen an der Pest

1582 - erneute Kirchenvisitation: die Zahl der Hauswirte betrug in Stülpe 25, in Holbeck 18, in Schmielkendorf 14 und in Ließen 12

1591 - wurde in Stülpe ein Küsterhaus gebaut

1592 - wurden vor dem Dorfe Stülpe, auf dem noch jetzt so genannten Galgenberge, zwei Straßenräuber aus Dahme und Zerbst gehängt

1597 bis 1648 - nunmehr ungeteilte Herrschaft derer von Hacke über Stülpe

1599 - "nach dem Neujahrstage, wurde daselbst das Zetergeschrei vor gehegter Bank über Markus Rockert und Michel Rietzen, welche Balthasar Strasicken ermordet hatten gehalten"

1609

1609 – in Stülpe werden 1 Lehnschulze, 1 Lehnmann, 6 Hüfner , 13 Kossäten und 7 Kleinhäusler gezählt

ca. 1610 - "An hohen und niederen Gehölzen und Büschen gehörten zur Stulpe:

1) die Holzung beim Lugk zwischen beiden Petkussischen Wegen,
2) der Wolffsbusch und die Holzung herum an Jörbichens Acker und Hengken's Wiese mit den Schragen bis an den Landesgrenzhügel am Golm,
3) der Golm, bis an den Weg von Stülpe nach Ließen, worin jährlich mehrmals Holzkauf gehalten und daraus ein ansehnlicher Wert gelöset wird,
4) das Holz im Wulffes-Winkel, oder die kurze Heide, von dem vorgenannten Wege bis an die Schmielkendorfer Schäferei,
5) der Krautznigk und aufgeschlagenes junges Holz, welches von da bis zur Zinna-Jänigkendorf'schen Grenze reicht,
6) die Goldbeckischen Berge, die Schragen und die Neue Heide um Stulpe und Goldbeck gelegen,
7) das Goldbeckische Stärtchen,
8) der Freie Pusch bis an die Flämischen Wiesen und beide Petkussischen Wege, worüber mit Baruth Streit bestand."

"Die Fischerei ließen sie ausüben in dem Goldbeckischen und dem Stulp'schen See, in den Gräben um das Schloss und den Meierhof, in den vier Hellern, nämlich 1) beim Stulpischen See, 2) am Goldbeckischen Damm, 3) beim Wulfs-Pusch, 4) bei Schneiders Acker und im Dorf-Pfuhl.

Zu Stulpe und zu Schmielkendorf waren Weinberge in gutem Stande und mit Pressen versehen.

An Gärten waren vorhanden: 1) ein Baumgarten mit wenigen Obstbäumen und Haselstauden bestanden, am Schlosse gelegen, 2) ein Kohlgarten, zwischen dem Schlosse und der Mühle gelegen, 3) ein Hopfgarten, vor der Brucken, 4) ein Hopfgarten, neben dem Kruge im Dorfe, 5) noch ein Hopfgarten, neben dem Küster, der Pfarre gegenüber.

Eine Wassermühle war verpachtet.
Die Brauerei wurde betrieben, soweit die selbst gewonnene Gerste und der erbaute Hopfen reichte.

An abgabepflichtigen Wirten waren im Stülpe 2 Lehnleute, welche die Landfuhren verrichteten und sonst täglich fuhren. Joachim Schröter, der Schulze, und Bertel Tietze, ein Lehnmann, der Krüger Burchard Hortz, welcher nur Botschaft lies, 6 Hüfner, welche mit Pflug und Wagen, in der Ernte auch mit Hand, dienten und die kurzen Reisen fuhren: Dictus Nickel, George Wahlsdorff, Martin Schramme, Tebes Hasche, Thomas Lümmel und Joachim Kasenagk, 13 Kossäten, welche mit der Hand dienten und Botschaften liesen: Hans Fricke, Groß Heise, Peter Löffler, George Bautzener, Hans Lehmann, Martin Tietze, Dictus Belger, Bartel Krüger, George Batz, Peter Mundt, Paul Hennigken, Lorenz Seewaldt, Blasius Stöer, 7 Kleinhäuser, welche auch mit der Hand dienten: George Hennigk, David Tietze, George Hentzke, Hans Schilde, Michel Schultz, Peter Koketh, Merten Mihritzsch."

1618 - Beginn des Dreißigjährigen Krieges, erste Kampfhandlungen in der Mark Brandenburg 1620

1618 - "den 30. Dezember, brannte das Vorwerk zu Stülpe mit den Scheunen ab"

1620 - "den 27. Juni, wurde Philipp, des Winzers Sohn, mit dem Schwerte hingerichtet, weil er auf dem Mägdetanz zu Holbeck einen Knecht in ein Ohr gestochen und dieser daran gestorben war."

1635 – Ende der Zugehörigkeit zum Kreis Jüterbog, nunmehr zugehörig zum Luckenwalder Distrikt

1636 - Großbrand in Stülpe, gesamtes Dorf brannte ab

1642 – in Stülpe werden 10 Hüfner und 14 Kossäten gezählt

1648 - Beginn der Herrschaft derer von Rochow

ca. 1648 - Der dreißigjährige Krieg hatte ganz Deutschland, besonders aber die Mark Brandenburg und das Erzstift Magdeburg gründlich verwüstet. Auch Stülpe hatte er hart betroffen. In dieser Zeit befanden sich in Stülpe von 70 Untertanenwohnungen nur 6 besetzt; die übrigen waren bis auf den Grund niedergebrannt, im Dorfe waren nicht mehr als 6 lebendige Menschen, alle Bauernhöfe waren verlassen und die Äcker derselben lagen wüst und verwachsen da.

1651 - hatten sich in Stülpe wieder Bewohner eingefunden und die Höfe wurden nach und nach mit den alten oder neuen Wirten besetzt

1664 - "Damals befanden sich in Stülpe 4 Hüfner, 8 Kossäten, 8 Häusler; in Holbeck 1 Hüfner, 3 Kossäten; in Riesdorf 1 Hüfner; die Dörfer hatten sich, seitdem 16 Jahre Friede war, nur sehr schwach wieder bevölkert.

1664 - ältestes noch jetzt vorhandenes Kirchenbuch wurde angefangen

1676 - "gibt das Ackerregister von Stülpe folgende Wirte an: Christoph Lehmann, Schulze; Bauern: Simon Felt, Martin Wendisch, Hans Nickel, George Hasche, Hans Belger, 3 Bauerngüter wüst. Kossäten: Hans Hasche, Christoph Baatz, Michael Hasche, Nicolaus Schwarze, Hans Lobig, Jeremias Fricke, Caspar Schlemmer, George Zarnack, Hans Weinich, George Hartwich, Christoph der Leinweber, der Krüger."

1680 - Ende der Zugehörigkeit zum Luckenwalder Distrikt, nun zugehörig zum Luckenwalder Kreis

1690 - "war die Kirche zu Stülpe so baufällig geworden, dass ohne Gefahr Gottesdienst darin nicht mehr gehalten werden konnte. Das Dach musste ganz, die Mauern mussten teilweise abgetragen und erneuert werden."

1699 - "Ungeachtet dieser Besetzungen waren die Spuren des 30jährigen Krieges, welcher vor fünfzig Jahren gewütet hatte, noch immer nicht vertilgt und auf allen Gütern befanden sich herrenlose Grundstücke. Da aber mit diesem Lande doch etwas angefangen werden musste, waren darauf herrschaftliche Vorwerke entstanden. In der Stülpe näher liegenden Gegend, wo die Schäferei stand, waren Wirtschaftsgebäude zur Benutzung des längst wüst gebliebenen Ackers und einige Tagelöhnerhäuser erbaut worden. Diese Wirtschaften können damals nur wenig eingetragen haben, denn Friedrich Wilhelm sagt in seinem Testamente: "Der Ackerbau ist gar nichts nütze und es wird kümmerlich jährlich nur so viel erbauet, als wieder darauf gehet."

ca. 1710 - "Zum Gute gehörte eine Wassermühle, welche von einem aus dem Stülp'schen See kommenden Fließ gespeiset wird"

1733 - Großbrand in Stülpe, "vom Kruge bis zum Dorfpfuhl"

1744 - 1754 - In Stülpe wurde "ein neues Wohnhaus, ungefähr auf der Stelle des alten Schlosses, mit der Front gegen Osten, aufgeführt. Die Freitreppe daran, mit einem auf vier Säulen ruhenden Balkon und acht Statuen, unten die vier Elemente, oben die vier Jahreszeiten, alles aus Pirnaer Sandstein, lieferte der Steinmetz Siegeißer zu Torgau. 1754 wurde das eiserne Geländer derselben von dem Meister Paulus Barus angefertigt, woraus anzunehmen ist, dass in diesem Jahr der Bau vollendet gewesen sei. Davor bildeten die Wirtschaftsgebäude ein regelmäßiges Viereck, zu dessen Aufhöhung zwei Teiche gegraben wurden. Dann wurde auf der Westseite des Hauses ein Garten angelegt. Dieser musste durch einen breiten Graben, der ihn auf drei Seiten umschloss und durch vier Teiche entwässert werden. Ein dicht daran stoßendes Eichenwäldchen, welches bis dahin zur Nachhütung gedient hatte, wurde zur Fasanerie eingerichtet, und es wurden durch dasselbe zwei breite Durchsichten, die auf das Haus stießen, gehauen."

1749 - in Stülpe werden 10 Vollspänner, 15 Kossäten, 23 Häusler und 16 Hüfner gezählt

1750 - "schlug das Gewitter in den Turm der Stülper Kirche und zerschmetterte ihn dermaßen, dass er neu aufgebauet werden musste."

1752 - "wurde der herrschaftliche Chor aus der Kirche in einen Anbau verlegt und unter demselben ein Erbbegräbnis angebracht."

1760 - "Zu derselben Zeit litten die Güter sehr durch die österreichische Invasion. Den Untertanen wurden von Feinde Pferde, Rindvieh und Brandschatzungsgelder abgenommen."

1770 - In Stülpe muss damals eine traurige Zeit gewesen sein. Der Landrat von Wanglin in Luckenwalde schrieb: "Fünf Bauern sind dem totalen Untergange und Verderben nahe. Im herrschaftlichen Hause regnet es durch und ist wie ein Sieb; mit den übrigen ökonomischen Gebäuden ist es nicht besser beschaffen. Die zu hoffende Ernte ist traurig."

1773 - "wurde in der Kirche zu Stülpe eine Orgel, welche 150 Taler kostete, aufgestellt."

1773 - Einführung des Kartoffelanbaus in der Region

1788 - "In diesem Jahre ließ Adolf Friedrich von Rochow in Stülpe auf seine alleinige Kosten ein neues Schulhaus bauen, weil das alte, welches im Schulgarten am Kirchhofe stand, ganz baufällig geworden war. Auch wurde das Berlinische Gesangbuch eingeführt und um dies zu erleichtern jedem Wirte ein Exemplar desselben geschenkt."

1796 - "wurde in Stülpe das jetzige Forsthaus an der Stelle eines alten Fischerhauses gebauet."(heute Kindertagesstätte)

1798 - "In diesem Jahre ließ Adolf Friedrich an der Stelle der Fasanerie, die während der Vormundschaft wieder eingegangen war, im Anschluss an den Garten, einen Tiergarten anlegen und zog dazu einen Teil der angrenzenden Dammwiese. Derselbe wurde mit einem 9 Fuß hohen Bohlzaun umgeben". "Aus dem Garten führten dahin über den dazwischen liegenden Graben zwei Brücken. In der senkrecht auf das Haus stoßenden Avenüe ließ er einen Schuppen zum Unterstand und zur Fütterung des Wildes errichten" (Rotwild, Dammwild).

 

1807 - "seitdem bestand am Fuße des Golms, wo aus der Nordseite desselben ein Bach quillt, ein Teerofen, den nacheinander verschiedene Pächter inne hatten: Andreas Kopisch, Jürgen Rielas, Hans Schenke, Christian Huschke und Bergemann trieben dort ihr Gewerbe in beschränktem Maße. " Die Teerschwelerei wurde 1854
aufgegeben.

1809 - "Im folgenden Jahre, dem 31. Mai kam bei dem Kossäten Hannemann in Stülpe Feuer aus. Mit ihm brannten der Kossät Klaus und die Büdner Palm, Tinius und Schulze ab."

1813 - mit Rochus von Rochow zogen von seinen Gütern im deutschen Befreiungskrieg aus Stülpe mit ins Feld: "1) Karl Andreas, 2) Gottlieb Behrends, 3) Friedrich Fürstenow, 4) Karl Fürstenow, 5) Gottlieb Grünberg, 6)
Martin Hagen, 7) Gottfried Hahn, 8) Christoph Hahn, 9) Julius Hasche, 10) Gottfried Hasche, 11) Johann Hasche, 12) Gottlieb Hasche, 13) Gottfried Hasche, 14) Gottfried Kleindienst, 15) Karl Kleindienst, 16) Wilhelm Lehmann, 17) Sigismund Lehmann, 18) Gottlieb Lehmann, 19) Gottlob Liesig, 20) Gottfried Liesig, 21) Gottfried Lindner, 22) Gottlob Maurer, 23) Heinrich Maurer, 24) Gottlob Möhring, 25) Friedrich Möhring, 26) Wilhelm Roack, 27) Friedrich Palm, 28) Friedrich Pfeiffer, 29) Friedrich Pfeiffer, 30) Karl Nietorf, 31) Gottfried
Rietorf, 32) Christian Rietorf, 33) Gotthelf Schumann, 34) Karl Sommer, 35) Friedrich Tinius, 36) Gottlieb Weiland, 37) Gottfried Weiland, 38) Gottlob Ziegner, 39) Karl Ziegner."

Es fielen: Gottlob Lehmann, Füselier, Julius und Gottfried Hasche, Brüder, beide Grenadiere, Gottlob Liesig, Kürassier und Christoph Rietorf, Grenadier.

Während dieser Zeit (den 19. August 1813) marschierte das zur Armee des Generals Oudinot gehörige 12. Armee-Corps des Generals Reynier aus Fanzosen (Division Durutte) und Sachsen bestehend, aus der Gegend von Baruth über Stülpe, wohin das Hauptquartier kam, nach der Gegend von Schöneweide, Gottow und Schönefeld
zur nachmaligen Schlacht von Großbeeren.

1816 - Ende der Zugehörigkeit zum Luckenwalder Kreis, nun zugehörig zum Kreis Jüterbog - Luckenwalde

1820 - "Eine Brennerei konnte wegen der Schädlichkeit des Getränkes, welches sie bereitete, nicht bestehen bleiben und auch eine damit verbundene Brauerei wurde geschlossen, weil sie ein sehr ungenießbares Produkt lieferte."

"Der Krug zu Stülpe, in dem Noack'schen Kossätengute, wurde dem Bedienten des Besitzers der denselben auf mehreren Reisen und während des Feldzuges von 1815 begleitet hatte, namens Friedrich Rolle verpachtet."

 

1821 - "den 14ten Januar, brannte die Windmühle, welche der Müller Sommer vor achtzehn Jahren in einiger Entfernung von seiner Wassermühle erbauet hatte und die jetzt sein Schwiegersohn Zemlin besaß, ab, wurde aber bald wieder aufgebauet."

1822 - "den 8ten Juli, beehrte der Prinz Wilhelm, Bruder des Königs, Stülpe mit seinem Besuche in Gesellschaft seiner Gemahlin und des Prinzen Adalbert."

1825 - "wurde die Fischerei auf den beiden Seen von Stülpe und Holbeck, welche durch den Seegraben verbunden sind, dem bisherigen Lohnfischer Gottlieb Schulze verpachtet, unter der Bedingung, dass er die gefangenen Fische zu den gewöhnlichen Preisen der Herrschaft anzubieten habe."

1834 - "Der Weg von Stülpe nach Luckenwalde, zwischen dem kleinen Plan und dem Anfange des Dammes, ging durch eine sumpfige Niederung. Nachdem er grade gelegt, erhöhet und durch Gräben entwässert worden war, wurde er auf beiden Seiten mit Eichen, welche ein vortreffliches Gedeihen haben, bepflanzt."

 

1837 – in Stülpe werden 61 Wohnhäuser gezählt
1840 - "Den 8. Oktober wurde die Einrichtung eines Gefängnisses, im Backhause vor dem Hofe, fertig. Bis dahin hatten die seltenen Gefangenen ganz gemütlich bei dem Meyer in der Stube gesessen."

1841 - letzter Wolf im Stülper Forst gesehen

1847 - "Die Aussicht vom Kirchberge, dem höchsten Gipfel des Golms, war dadurch beschränkt worden, dass das am Abhange stehende Holz hindernd heranwuchs, es wurde daher auf der Stelle, wo das alte Haus gestanden hatte, ein 32 Fuß hoher mit einer äußeren Treppe versehener Turm erbauet."(ehemaliger Holzturm)

1848 - 1849 - Bürgerliche Revolution in Deutschland - Aufhebung der Patrimonialgewalt und der Feudalrechte

1849 - "Den 22. Juli beehrte abermals der Prinz Wilhelm von Potsdam aus, Stülpe mit seinem Besuche. Derselbe kam in Begleitung seines Adjudanten des Rittmeisters Grafen von der Gröben mit zwei Relais eigener Pferde und einem Extrapost-Relais, bestieg Nachmittags den Golm, und fuhr gegen Abend nach Potsdam zurück."

1854 - "Den 22. Juli brannte in Stülpe das Gehöft des Schmidts Schloßhauer, bestehend aus einem Wohnhause, daranstoßender Schmiede, Scheune, Stall und einem Familienhause ab."

1861 - "den 21. Mai, ist bei Stülpe ein neuer Begräbnisplatz feierlich geweihet worden. Da auf dem Kirchhofe sich kaum mehr Plätze zu neuen Gräbern finden wollten, war bei Gelegenheit der Separation ein Grundstück von zwei Morgen, da wo die Wege nach Jüterbog und Schmielkendorf sich teilen, zu diesem Zweck
bestimmt worden." "Der Steindamm des Dorfes ist bis zu dem Begräbnisplatze geführt worden."

1864 - "Nachdem in Stülpe das Schulhaus baufällig geworden war und auch die wachsende Zahl der Kinder nicht mehr fassen konnte, wurde dasselbe abgebrochen, an dessen Stelle ein zweistöckiges massives Haus gebauet und den 30. Juni feierlich eingeweihet." (ehemals Gemeindebüro)

1868 - "Im Dorf Stülpe wohnen der Prediger Albert Krickau, der Kantor und erste Lehrer Karl Schöne, der zweite Lehrer Otto Gantzer, der herrschaftliche Forst-Sekretär Albert Roack, der herrschaftliche Gärtner Christian Zabel, der Mühlenbesitzer Wilhelm Zemlin, der Schmiedemeister und Halbbauer Ernst Schloßhauer, der Gastwirt Strauch, die Witwe Rolle, der Lehnschulze Julius Lehmann, die Bauern Gottlob Kleindienst, Friedrich Liesig, Gottfried Liesig, Ferdinand Möhring, Friedrich Wegner, Ferdinand Schulze, Friedrich Kerstin, Friedrich Pfeiffer, Gottlieb Busche (Stammgut mit wenigen Pertinentien), die Kossäten Friedrich Tinius, des verstorbenen Ferdinand Liesig minorenne Tochter, August Wullschläger, Gottfried Hasche, Witwe Hannemann, Gottfried Brückmann, Ferdinand Donath, Gottfried Hahn, August Baatz, Wilhelm Lehmann, die Büdner: Ludwig Klingert, Gottfried Brüggemann, Heinrich Zipler, Ferdinand Lehmann, Ferdinand Dünzel, Friedrich Wegner, August Liesig, Ernst Schuhmann, August Tinius, Friedrich Lehmann, August Mitschrick, Karl Kirstein, August Bolling, Gottlieb Ziegner, Gottlieb Sieke, Christian Hahn, Ferdinand Stolzenhein, Karl Jäger, Ferdinand Hasche, Witwe Hannemann, Karl Sieke, August Krüger, Ferdinand Hasche, Ferdinand Sieke, Wilhelm Pohle, August Zipler, Friedrich Wegner, Albert Pohle, Karl Bischof, Wilhelm Roack, Gottfried Liesig, mit den Mietern (Einliegern) 588 Seelen."

1871 - Proklamation des Deutschen Reiches

 

1900 - Rittergut und Dorf haben zusammen 90 Häuser

1914 - 1918 - I. Weltkrieg - 30 Stülper Männer fallen
1931 - Eingemeindung des Rittergutes Stülpe in die Gemeinde Stülpe, in Stülpe gibt es 111 Wohnhäuser

1939 - Land- und forstwirtschaftliche Betriebe: 1 mit über 100 ha, 14 mit 20 – 100 ha, 9 mit 10- 20 ha, 23 mit 5-10 ha, 68 mit 0,5 –5 ha
1939 - 1945 - II. Weltkrieg, 14 Stülper Männer fallen

1945 - Beginn der Bodenreform auf dem Gebiet der sowjetischen Besatzungszone, Enteignung des Rochow'schen Großgrundbesitzes

1946 - Ende der Zugehörigkeit zum Kreis Jüterbog-Luckenwalde, nun zugehörig zum Kreis Luckenwalde

1948 – 2230,2 ha Gemeindefläche (71,4 ha Acker, 1 ha Gärten, 364,8 ha Wiesen und Weide, 1719,9 ha Wald,

14 ha Gewässer, 78,9 ha Wege und Ödland) wurde enteignet und aufgeteilt, 60,5 ha auf 19 landlose Bauern und Landarbeiter, 286,5 ha auf 59 landarme Bauern, 19,4 ha auf 3 Umsiedler, 0,3 ha auf 3 nichtlandwirtschaftliche Arbeiter und Angestellte, 30,6 ha Waldzulage an 11 Altbauern, 1533,3 ha Wald an Land Brandenburg, 243,5 ha an Gemeinde, 7,9 ha an Vereinigung für gegenseitige Bauernhilfe, 48 ha an Bodenfonds, weiterhin noch 140 ha Wald an Gemeinde Jänickendorf, 936,9 ha Wald an Stadt Jüterbog, wohl auch noch 20 ha Wiese an Gemeinde Dümde

1949 - Gründung der DDR

1952 – Auflösung der Länder und Bildung der Bezirke, Stülpe gehört nun zum Bezirk Potsdam

1952 – 1. LPG, Typ I mit 13 Mitgliedern und 50 ha landwirtschaftlicher Nutzfläche

1955 – Übergang der LPG zu Typ III

1960 – 1 LPG Typ III, 1961 mit 146 Mitgliedern und 632 ha Land

1964 - Einweihung der neuen Schule im Kastanienweg

1976 – Zusammenschluss mit den LPG Typ III aus Lynow und Schönefeld

1981 - Eröffnung der Turnhalle

1989 - 1990 - politische Wende - Beitritt der DDR zur Bundesrepublik Deutschland

1993 - Bildung der Großgemeinde Nuthe-Urstromtal, Stülpe wird drittgrößter
Ortsteil

1998 - zum 31.12 hat Stülpe 588 Einwohner

1999 - am 19.06. Brand im Obergeschoß des Stülper Schlosses, im Juli bereits Beginn des Wiederaufbaus

1999 - 2000 - Rekonstruktion des Dachstuhles der Stülper Kirche

03.12.1999 - Richtfest im Stülper Schloss

01.03.2000 - Gründung des "Freundeskreis Stülpe e.V."

08.10.2000 - feierliche Einweihung des rekonstruierten Schlosses mit ca. 150
geladenen Gästen und neugierigen Stülpern, Konzert im Saal mit
Instrumentalisten der Komischen Oper Berlin

2000 bis Frühjahr 2006 - Leerstand des Schlosses, steht zum Verkauf (Eigentümer ist der Landkreis Teltow-Fläming)

19.09.2002 – Gründung des Vereins Stülper Landmäuse e.V. zum Erhalt der Kita

2002 bis 2004 - Errichtung der neuen Straßenbeleuchtungsanlage in Stülpe

2005 – zum 30.04.2005 hat Stülpe 499 gemeldete Einwohner

Januar 2006 - Kauf des Schlosses durch die Eheleute Rupilius

10.09.2006 – Eröffnungsfeier im Schloss in Verbindung mit dem Tag des offenen Denkmals mit ca. 2000 Besuchern

(Quellenangaben sind beim Freundeskreis Stülpe e.V. zu erfragen)